Der WERK.STOFF Preis für Malerei 2021 geht an den Künstler

BRADLEY DAVIES!

 

Wir beglückwünschen Bradlay Davies als Preisträger des WERK.STOFF Preis für Malerei 2021, verliehen von der Andreas Felger Kulturstiftung und dem Heidelberger Kunstverein.

In der Begründug der Jury heißt es:

„Bradley Davies Malerei verbindet das Absurde mit dem Gesellschaftlichen, das verspielt Ironische mit dem konkret Politischen, Nudeln und Bügelbretter mit Diktatoren und mittelalterlicher Kunstgeschichte. Vor allem aber verbindet seine Malerei das klassische Tafelbild mit seinen vielfältigen Weiterungen. Die Bilder Davies‘ sind eklektisch und verschließen sich einem stilistischen Überbegriff, sie unterscheiden sehr bewusst nicht zwischen diesseits und jenseits des Tafelbildes, zwischen Raum und Wand oder zwischen politischen Inhalten und selbstgenügsamem ‚L‘art pour l’art‘. Was seine Bilder und Installationen können oder wollen entscheidet sich immer in der konkreten Reaktion auf den jeweiligen Ort oder Kontext.“

Bradley Davies Arbeiten entstehen in Reaktion auf Phänomene des Zusammenlebens und der damit verbundenen visuellen Kulturen. Maskierung, Nachahmung und Verstellung sind zugleich Thematik wie künstlerische Taktik. Mit augenzwinkerndem Humor setzt er Sujets und Darstellungskonventionen aus der Kunstgeschichte wie der Populärkultur ein, um sie zu aktualisieren.

In seiner jüngsten Serie aus der Ausstellung ›Imposters‹ (2020) präsentiert er Jockeyjacken in Manier von Renaissanceportraits auf grünem Grund. Das Emblem der Jacke ersetzt dabei das individuelle Konterfei. Die britische Begeisterung für den Pferderennsport und die Wettleidenschaft stehen hier Pate für ein allgemeineres Phänomen. So sind die Jacken auch Beispiele einer visuellen Sprache die Wiederkennbarkeit einem unübersichtlichen Feld des Rennens sicherstellen soll. Im Zeitalter allgegenwärtiger Logos oder personalisierter Instagram Accounts zur Selbstvermarktung des Individuums auf digitalen Plattformen, setzten Bradley Davies Portraits humorvolle doch doppelbödige Kommentare zur conditio humana des 21. Jahrhunderts.

Die Ironie und Mehrdeutigkeit seiner Arbeiten formuliert sich zudem durch die figurative Sprache ihrer Titel. Es sind Wortspiele, deren Bedeutung in der Regel spezifisch für eine bestimmte Sprache oder deren Kultur sind. Davies’ Titel nutzen so verschiedene mögliche Bedeutung eines Wortes aus, oder die Tatsache, dass es Wörter gibt, die gleich klingen, aber unterschiedliche Bedeutungen haben.

Mit ›Would I‹ (2020) bedient er sich zum Beispiel dem phonetischem Wortspiel aus ›Would I‹ (Würde ich) und ›Wood eye‹ (wörtlich. Holzauge). Das Ölgemälde zeigt vertikal verlaufende Holzdielen mit zahlreichen Astlöchern (wood eyes). Durch eins von ihnen erwidert ein Auge unseren Blick.

Bradley Davies (*1990, London, UK) lebt und arbeitet in Köln.

Nach einem Bachelor an der Glasgow School of Arts schloss er 2017 sein Meisterstudium bei Michael Krebber an der Städelschule in Frankfurt am Main ab.

2018 erhielt er ein Atelierstipendium des Kölnischer Kunstverein, 2017 ein Stipendium des Frankfurter Verein für Künstlerhilfe und wurde 2016 mit dem Preis der Landwirtschaftlichen Rentenbank ausgezeichnet.

Seine Werke wurden in internationalen Ausstellungen präsentiert:
Clages, Köln (2020); Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, DE (2020); Neue Alte Brücke, Frankfurt am Main, DE (2019), Ralph’s, Köln, DE (2019); Temporary Gallery, Köln, DE (2019); Tanya Leighton, Berlin, DE (2018); Neuer Essener Kunstverein, Essen, DE (2018); Jochen Hempel, Berlin, DE (2018); Langkatstraat 15, Amsterdam, NL (2018); Alto Refugio, La Paternal, Buenos Aires, ARG (2017); Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, DE (2017); Galerie Italy, Frankfurt am Main, DE (2017); Lenbachhaus, München, DE (2017); Skyline garden at Skyline Plaza, Frankfurt am Main, DE (2017); Tanya Leighton, Berlin, DE (2017); 12 Star Gallery at Europe House, London, UK (2017).

Die Pressemitteilung zur Preisverleihung finden Sie hier.

 

 

Der WERK.STOFF Preis für Malerei versteht Malerei als offenen Begriff. Über die Auffassung des klassischen Leinwandbildes hinaus öffnet sich der Preis zeitgenössischen malerischen Praktiken, die u.a. das Repertoire der Materialien und Motivik erweitern und kulturübergreifend bisher marginalisierte Bildwelten und Arbeitsweisen einbeziehen, in den Raum greifen, mediale Verknüpfungen schaffen oder anderweitig Konventionen der geläufigen Auffassung von Malerei durchbrechen. Damit betont der Preis die Vielstimmigkeit des Mediums, die den fortlaufenden Wandel künstlerischer Produktion und die Diversität von Erfahrung in einer globalisierten Welt widerspiegelt.

Lesen Sie hier einen aktuellen Kommentar der Andreas Felger Kulturstiftung zum WERK.STOFF Preis für Malerei 2021.

Den Ausstellungsflyer zum WERK.STOFF Preis für Malerei 2021 finden Sie hier zum Download.

Beim WERK.STOFF Preis für Malerei handelt sich um einen bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis für Kunstschaffende, der im Turnus von drei Jahren vergeben wird. Er richtet sich ohne Altersbeschränkung an in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler, die einem größeren Publikum bisher noch nicht bekannt sind.

Die Nominierung erfolgt durch fünf berufene Expertinnen und Experten.

Jana Baumann, Kuratorin, Haus der Kunst, München: Veronika Hilger

Julia Grosse & Yvette Mutumba, Kuratorinnen, C&, Berlin: Anna Subodnik

Sergej Jensen, Künstler, Berlin: Bradley Davies

Chus Martinez, Kuratorin, Institut Kunst FHNW HGK Basel: Mojé Assefjah

Mathilde ter Heijne, Künstlerin, UdK Berlin: Ada van Hoorebeke

Entdecken Sie hier die nominierten Künstler*innen!

Die Preisvergabe übernimmt eine Jury aus folgenden Museumsfachleuten:
Ulrike Groos, Direktorin Kunstmuseum Stuttgart,
Ursula Schöndeling, Direktorin des Heidelberger Kunstvereins,
Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst am Städel, Frankfurt am Main.

Der WERK.STOFF Preis für Malerei 2021 ist mit 10.000 Euro Preisgeld, 10.000 Euro Katalogbeihilfe und einer Folgeausstellung in 2022 dotiert. Das Preisgeld soll es der Preisträgerin/dem Preisträger ermöglichen, sich während einer intensiven Arbeitsphase ganz auf die eigene künstlerische Entwicklung zu konzentrieren.

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